Vaporizer und Gesundheit: Was Studien belegen – und was offenbleibt

Ein Dry-Herb-Vaporizer kann gegenüber dem Rauchen die Exposition gegenüber bestimmten Verbrennungsprodukten verringern. Er macht Cannabis jedoch nicht gesundheitlich unbedenklich: THC wird weiterhin aufgenommen und kann akut beeinträchtigen. Die direkte Evidenz zu langfristigen Erkrankungen speziell bei Dry-Herb-Nutzung ist begrenzt. Entscheidend sind deshalb drei getrennte Fragen: Was wird inhaliert, welche akuten Wirkungen entstehen und welche langfristigen Folgen sind untersucht? Muheriwa-Matemba et al. (2024) Abrams et al. (2007) Spindle et al. (2018)

Für welche Produkte gilt dieser Überblick?

Gemeint sind Geräte, die getrocknete Cannabisblüten erhitzen. THC-Kartuschen, Öle, Dabbing und Nikotin-E-Zigaretten sind eigenständige Produktgruppen. In Bevölkerungsstudien bezeichnet „Cannabis-Vaping“ häufig mehrere davon gleichzeitig. Wenn die Produktart nicht erfasst wurde, kann das Ergebnis nicht gezielt einem Dry-Herb-Gerät zugeordnet werden. Auch medizinisch verordnetes Cannabis und Freizeitkonsum unterscheiden sich bei Anlass, Begleiterkrankungen und Anwendung. Muheriwa-Matemba et al. (2024) Sun et al. (2026)

Die folgenden Abschnitte sind ein evidenzbasierter Literaturüberblick auf Grundlage einer ausgewählten Studienbibliothek. Sie sind kein eigener systematischer Review und keine individuelle Therapieempfehlung. Die wissenschaftliche Qualität hängt hier nicht von möglichst vielen Referenzen ab, sondern davon, ob die jeweilige Quelle die konkrete Aussage trägt.

Welche Vorteile gegenüber Rauch sind direkt untersucht?

In der randomisierten Pilotstudie von Abrams mit 18 Personen wurden standardisierte Cannabiszigaretten und ein Volcano verglichen. Die THC-Exposition fiel ähnlich aus; die ausgeatmete CO-Konzentration lag beim Vaporisieren niedriger. Gemessen wurde damit ein objektiver Verbrennungsmarker. Langzeiterkrankungen gehörten nicht zu den Endpunkten. Abrams et al. (2007)

Lanz untersuchte fünf Geräte im Labor. Die Arbeit zeigt, dass Cannabinoid-Transfer und Decarboxylierung gerätespezifisch geprüft werden können. Sie umfasst weder Probanden noch eine vollständige toxikologische Bewertung aller Aerosolbestandteile. Ihre Ergebnisse lassen sich deshalb nicht in eine Quote wie „95 Prozent weniger schädlich“ übersetzen. Lanz et al. (2016)

Die sinnvolle gesundheitliche Schlussfolgerung bleibt begrenzt: Die Vermeidung von Verbrennung kann bestimmte Expositionen reduzieren. Wie stark sich daraus das Risiko einzelner Krankheiten verändert, muss gesondert untersucht werden. Ein Produktpreis, eine bestimmte Heizmethode oder ein angenehm empfundenes Aerosol ersetzt diese Untersuchung nicht.

Kann ein Vaporizer stärker wirken als Rauchen?

Ja, unter bestimmten Bedingungen. Spindle und Kollegen untersuchten 17 Erwachsene, die im letzten Monat kein Cannabis konsumiert hatten. Jede Person nahm an sechs Sitzungen mit Placebo, 10 oder 25 mg nomineller THC-Dosis und unterschiedlichen Inhalationswegen teil. Bei gleicher nomineller Dosis waren zahlreiche akute Effekte nach Vaporisation ausgeprägter. In der 25-mg-Bedingung betrugen die mittleren Spitzenkonzentrationen im Vollblut 14,4 ng/ml nach Vaporisation und 10,2 ng/ml nach Rauchen. Spindle et al. (2018)

Diese Werte sind keine individuellen Dosisziele. Sie beschreiben Gruppenmittelwerte einer kleinen Laborstudie und keine allgemeine Bioverfügbarkeit. Die Dosis war verblindet; eine Verblindung gegenüber dem erkennbaren Inhalationsweg mittels Double-Dummy-Verfahren erfolgte nicht. Zudem wurde mit einer Pfeife geraucht, nicht mit einem Tabakjoint. Diese Details sind wesentlich, wenn die Ergebnisse auf einen praktischen Vergleich übertragen werden.

Weniger Rauchreiz ist somit kein zuverlässiges Zeichen schwächerer THC-Wirkung. Ein technischer Vorteil beim Transfer kann mit stärkerer akuter Beeinträchtigung einhergehen. Umgekehrt lässt sich aus dieser Studie keine feste Umrechnungsregel zwischen Joint und Vaporizer ableiten. Spindle et al. (2018)

Verbessert der Umstieg die Lungenfunktion?

Eine kleine Vorher-Nachher-Studie untersuchte 20 häufige Cannabisnutzer mit Atemwegsbeschwerden über einen Monat. Die zentrale Analyse umfasste zwölf Personen ohne zwischenzeitliche Atemwegserkrankung. Selbstberichtete Symptome und die forcierte Vitalkapazität FVC besserten sich; die Veränderung der Einsekundenkapazität FEV1 erreichte keine statistische Signifikanz. Es gab keine randomisierte Kontrollgruppe. Van et al. (2010)

Der Befund rechtfertigt weitere Forschung, aber kein Heilungsversprechen. Ohne Kontrollgruppe lassen sich unter anderem natürliche Schwankungen, Erwartungen und Veränderungen des sonstigen Konsums schwer ausschließen. Die Auswahl der zwölf Personen kann das Ergebnis zusätzlich beeinflussen. Die Formulierung „Vaporizer verbessern die Lungenfunktion“ wäre daher zu allgemein.

Eine internetbasierte Querschnittsstudie fand weniger berichtete Atemwegssymptome bei primären Vaporizer-Nutzern. Von 6.883 auswertbaren Personen gehörten nur 152 zu dieser Gruppe. Nutzungsweise und Symptome wurden gleichzeitig erhoben; Selbstselektion und Selbstbericht begrenzen die Aussage. Das ist eine Assoziation, keine experimentell nachgewiesene Wirkung des Umstiegs. Earleywine et al. (2007)

Was sagen neuere Atemwegsstudien?

Die CANUCK-Querschnittsuntersuchung verglich 139 Cannabisraucher mit 57 Nie-Rauchern und kombinierte Fragebögen, Lungenfunktion, Bildgebung und Analysen des Atemwegsepithels. Höhere Cannabisrauchexposition war mit mehreren ungünstigen Befunden assoziiert. Allerdings berichteten 84 Prozent der Cannabisgruppe aktuelles oder früheres Zigarettenrauchen beziehungsweise Vaping. Die Studie isoliert damit weder einen reinen Cannabiseffekt noch eine Dry-Herb-Vaporizer-Wirkung. Leung et al. (2026)

Eine longitudinale PATH-Auswertung mit 5.211 jungen Erwachsenen untersuchte neu auftretende Atemwegssymptome. Für ausschließliches Cannabis-Vaping betrug die adjustierte Odds Ratio 0,93 mit einem sehr breiten 95%-Konfidenzintervall von 0,20 bis 4,43. Der statistisch nicht signifikante Befund schließt einen relevanten Nachteil nicht aus. Die kleine Vaping-Gruppe und ungenaue Produkttrennung begrenzen die Aussage zusätzlich. Sun et al. (2026)

Welche Risiken bleiben unabhängig von Verbrennung relevant?

Die NIDA-Untersuchung mit 20 Personen fand einen Anstieg der Herzfrequenz nach gerauchter, vaporisierter und oraler aktiver Cannabisgabe. Die Entfernung des Rauchs beseitigt also nicht alle akuten systemischen Effekte. Untersuchungen zur Aufnahme und subjektiven Wirkung aus dieser Kohorte dürfen nicht als voneinander unabhängige Stichproben gezählt werden. Newmeyer et al. (2017) Newmeyer et al. (2016)

Für längerfristige Risiken ist die Trennung nach Konsumform häufig unzureichend. Eine Meta-Analyse zu psychotischen Outcomes fand für die höchste Konsumgruppe gegenüber Nichtnutzern eine OR von 3,90 (95%-KI 2,84–5,34). Das ist eine beobachtete Gruppenassoziation, keine individuelle Prognose und keine spezielle Vaporizer-Risikozahl. Marconi et al. (2016)

Der Review zu Cannabiskonsumstörungen umfasste 21 Studien. Gepoolt hatten 22 Prozent der Personen mit Cannabiskonsum eine Cannabis Use Disorder (95%-KI 18–26 Prozent), bei erheblicher Abhängigkeit von Population und Diagnosekriterien. Prävalenz ist nicht identisch mit dem zukünftigen Risiko einer einzelnen Person. Die historische Pauschale „neun Prozent werden abhängig“ bildet diese Unterschiede nicht angemessen ab. Leung et al. (2020)

Wie belastbar sind Aussagen zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen?

Eine neuere Meta-Analyse von 24 Beobachtungsstudien berichtete positive Assoziationen zwischen Cannabisnutzung und akutem Koronarsyndrom, Schlaganfall sowie kardiovaskulärem Tod. Ein früherer Review fand dagegen keine statistisch signifikanten gepoolten Zusammenhänge und sehr hohe Heterogenität. Unterschiede in Studienauswahl, Exposition und Auswertung müssen sichtbar bleiben. Keine der beiden Arbeiten liefert eine präzise individuelle Risikozahl für einen bestimmten Dry-Herb-Vaporizer. Storck et al. (2025) Theerasuwipakorn et al. (2023)

Die richtige Schlussfolgerung lautet daher weder „Cannabis schützt das Herz“ noch „jeder Konsum verursacht einen Infarkt“. Es bestehen relevante Risikosignale, deren genaue Größe und kausale Zuordnung durch die überwiegend beobachtenden Daten begrenzt sind. Eine individuelle medizinische Nutzen-Risiko-Abwägung kann ein Gerätevergleich nicht ersetzen.

Warum gibt es keine universelle gesunde Temperatureinstellung?

Temperaturanzeige, tatsächliche Materialtemperatur und Aerosolzusammensetzung sind unterschiedliche Größen. Die Studienbibliothek definiert keine Einstellung, die über Geräte und Produkte hinweg alle relevanten Risiken ausschließt. Niedrigere thermische Belastung lässt sich zudem nicht ohne Weiteres mit niedriger THC-Aufnahme gleichsetzen. Entscheidend ist das gesamte Expositionsmuster. Lanz et al. (2016) Hazekamp et al. (2006)

Welche Aussagen sind für Entscheidungen belastbar?

Direkte Labor- und Humanstudien stützen die geringere Exposition gegenüber ausgewählten Verbrennungsmarkern beim untersuchten Dry-Herb-Verfahren. Akute THC-Wirkungen bleiben bestehen und können bei effizienter Abgabe stärker ausfallen. Beobachtungen zu weniger Atemwegssymptomen sind interessant, aber kein Ersatz für langfristige kontrollierte Endpunkte. Ein umfassend validierter gesundheitlicher Überlegenheitsnachweis für einzelne aktuelle Gerätemodelle liegt in dieser Bibliothek nicht vor. Abrams et al. (2007) Spindle et al. (2018) Van et al. (2010) Lanz et al. (2016)

Mehr Details bieten Verdampfung und Verbrennung, der Atemwegsvergleich und die Einordnung von Mikrodosierung. Geräteauswahl und Preise gehören in die Kaufberatung; sie sind von den hier dargestellten Gesundheitsbefunden zu trennen.

Studien im Detail: Methoden, Ergebnisse und Grenzen

Die folgenden Kästen machen die zentralen Quellen und ihre Übertragungsgrenzen nachvollziehbar. Eine Geräte- oder Pharmakokinetikstudie ist kein automatischer Beleg für langfristige gesundheitliche Sicherheit. Bei technischen Artikeln sind die Studien häufig nur für die ausdrücklich bezeichnete Abgrenzung von Gesundheits- und Ausbeuteaussagen relevant.

Gemeinsame Stichprobe: Die hier genannten Newmeyer-Publikationen S05/S06/S07 stammen aus derselben NIDA-Kohorte mit 20 Personen. Sie werden nicht als unabhängige Stichproben gezählt.

Muheriwa-Matemba SR et al. (2024)

Untersuchung
Systematischer Review
Stichprobe
42 eingeschlossene Publikationen: 6 Fallberichte, 21 Reviews, 15 empirische Studien; unter den empirischen Arbeiten u.a. 2 RCTs, 5 retrospektive Analysen, 3 longitudinale und 3 Querschnittsstudien.
Vergleich und Messung
Web of Science, ProQuest, PsycINFO, Scopus, Embase und Medline; peer-reviewte Arbeiten 2009–2023; PRISMA; nur Studien mit dokumentierter Konsumform.
Randomisierung und Verblindung
Nicht auf Review-Ebene; nur ein kleiner Teil der Primärstudien war randomisiert.
Ergebnis
Rauchen war am konsistentesten mit respiratorischen Beschwerden und Erkrankungen assoziiert; Edibles zeigten kaum direkte respiratorische Effekte; Tachykardie wurde über mehrere Konsumformen berichtet.
Stärken
Direkt auf Konsumform zugeschnitten; breite Datenbanksuche; trennt Rauchen, Vaping, oral und Dabbing.
Grenzen und mögliche Verzerrung
Sehr heterogene Evidenz; enthält Reviews und Fallberichte zusammen mit Primärstudien; keine Meta-Analyse; Autoren bezeichnen Route-spezifische Schlussfolgerungen selbst als vorläufig.

Muheriwa-Matemba SR, Baral A, Abdshah A, Diggs BA, Gerber Collazos KS, Morris KB, Messiah SE, Vidot DC. 2024. Cardiovascular and Respiratory Effects of Cannabis Use by Route of Administration: A Systematic Review. Substance use & misuse. DOI: 10.1080/10826084.2024.2341317 · PMID 38644600

Abrams DI et al. (2007)

Untersuchung
Randomisierte kontrollierte Pilotstudie, wiederholte Messungen
Stichprobe
18 gesunde stationäre Cannabisnutzer
Vergleich und Messung
Vergleich standardisierte gerauchte Cannabiszigarette vs. Volcano-Vaporizer; Plasma-THC, ausgeatmetes CO, physiologische und neuropsychologische Effekte.
Randomisierung und Verblindung
Ja. Cannabisstärke (1,7%, 3,4%, 6,8% THC) und Applikationssystem wurden über sechs Studientage randomisiert zugeteilt.
Ergebnis
THC-Exposition war zwischen Rauchen und Vaporisieren ähnlich; ausgeatmetes CO war nach Vaporisation deutlich niedriger; keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse.
Stärken
Direkter kontrollierter Head-to-head-Vergleich; objektive Biomarker; randomisiert.
Grenzen und mögliche Verzerrung
Sehr kleine Stichprobe; Pilotcharakter; ältere und im Vergleich zu heutigen Produkten niedrige THC-Potenzen; keine Langzeitendpunkte.

Abrams DI, Vizoso HP, Shade SB, Jay C, Kelly ME, Benowitz NL. 2007. Vaporization as a smokeless cannabis delivery system: a pilot study. Clinical pharmacology and therapeutics. DOI: 10.1038/sj.clpt.6100200 · PMID 17429350

Spindle TR et al. (2018)

Untersuchung
Kontrollierte Crossover-Studie innerhalb derselben Personen; Dosis verblindet, Inhalationsweg erkennbar.
Stichprobe
17 gesunde Erwachsene; 9 Männer, 8 Frauen; mittleres Alter 27,3 Jahre; keine Cannabisnutzung im letzten Monat.
Vergleich und Messung
Sechs Sitzungen mit 1 Woche Washout; 0, 10 und 25 mg THC, jeweils geraucht oder vaporisiert; subjektive Effekte, Kognition, Psychomotorik, Vitalparameter und Blut-THC.
Randomisierung und Verblindung
Dosisreihenfolge innerhalb der Inhalationsblöcke randomisiert, Reihenfolge der Inhalationswege gegengewichtet. Dosisverblindung; kein Double-Dummy-Verfahren zur Verblindung des Inhalationswegs.
Ergebnis
Vaporisation erzeugte bei gleicher THC-Dosis meist stärkere akute Effekte und höhere Blut-THC-Spitzen; bei 25 mg Cmax ca. 14,4 ng/ml vaporisiert vs. 10,2 ng/ml geraucht.
Stärken
Placebobedingung, Vergleich innerhalb derselben Personen, mehrere Dosen und objektive Vollblutmessungen.
Grenzen und mögliche Verzerrung
n=17; nur seltene Nutzer; akute Laborstudie; keine Aussagen zu langfristiger Lungen- oder Gesamtmorbidität.

Spindle TR, Cone EJ, Schlienz NJ, Mitchell JM, Bigelow GE, Flegel R, Hayes E, Vandrey R. 2018. Acute Effects of Smoked and Vaporized Cannabis in Healthy Adults Who Infrequently Use Cannabis: A Crossover Trial. JAMA network open. DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2018.4841 · PMID 30646391 · PMC6324384

Sun R et al. (2026)

Untersuchung
Nationale longitudinale Beobachtungsstudie (PATH)
Stichprobe
5.211 junge Erwachsene (18–24 Jahre) ohne vorherige respiratorische/pulmonale Erkrankung, Wave 6→7.
Vergleich und Messung
Baseline 2021, Follow-up bis 2023; multivariable logistische Regression, Adjustierung für Demografie, andere Substanzen, Gesundheitsfaktoren, Adipositas und Cannabisfrequenz.
Randomisierung und Verblindung
Nein.
Ergebnis
Vaping-only war nicht signifikant mit neuen funktionell relevanten respiratorischen Symptomen assoziiert (AOR 0,93; sehr breites KI); smoking-only AOR 3,04; dual use AOR 4,36. Nach Ausschluss von Tabaknutzern blieb nur dual use signifikant.
Stärken
Große longitudinale, national repräsentative Stichprobe; Ausgangsgruppe frei von respiratorischer Erkrankung; Confounder-Adjustierung.
Grenzen und mögliche Verzerrung
Nur 2,1% Vaping-only → geringe Power und sehr breites KI; Produktart (Dry Herb vs. Öl/Cartridge) nicht ausreichend granular; Selbstbericht.

Sun R, Benowitz NL, Hammond D, Mendez D, Warner KE. 2026. Cannabis Vaping, Smoking, and Dual Use and the Onset of Respiratory Symptoms Among U.S. Young Adults. American journal of preventive medicine. DOI: 10.1016/j.amepre.2026.108421 · PMID 42142848

Lanz C et al. (2016)

Untersuchung
In-vitro-Geräte-/Aerosolvalidierung
Stichprobe
Keine Humanprobanden; 5 kommerzielle Vaporizer, THC- und CBD-dominantes Pflanzenmaterial.
Vergleich und Messung
GC/MS für Cannabinoid-Recovery, HPLC für saure Cannabinoide und Decarboxylierung; Volcano Medic, Plenty, Arizer Solo, DaVinci und gasbetriebenes Gerät.
Randomisierung und Verblindung
Nicht anwendbar.
Ergebnis
Elektrische temperaturkontrollierte Geräte decarboxylierten THC/CBD sehr effizient und lieferten reproduzierbar Cannabinoide; beim gasbetriebenen Gerät wurde Verbrennung beobachtet.
Stärken
Validierte analytische Methoden; mehrere Geräte; direkte Messung des Materialtransfers.
Grenzen und mögliche Verzerrung
Keine Menschen, keine klinischen Endpunkte, keine umfassende toxikologische Aerosolanalyse; Gerätegenerationen älter.

Lanz C, Mattsson J, Soydaner U, Brenneisen R. 2016. Medicinal Cannabis: In Vitro Validation of Vaporizers for the Smoke-Free Inhalation of Cannabis. PloS one. DOI: 10.1371/journal.pone.0147286 · PMID 26784441 · PMC4718604

Van Dam NT, Earleywine M (2010)

Untersuchung
Einarmige Pre-/Post-Interventionsstudie
Stichprobe
20 häufige Cannabisnutzer mit mindestens zwei respiratorischen Symptomen; 12 ohne interkurrente Atemwegserkrankung bildeten die zentrale Auswertung.
Vergleich und Messung
Ein Monat Umstieg auf Vaporizer; neun subjektive respiratorische Symptome plus Spirometrie (FEV1, FVC) vor/nach Intervention.
Randomisierung und Verblindung
Nein.
Ergebnis
Bei den 12 ohne Atemwegsinfekt besserten sich Symptome stark; FVC signifikant; FEV1 numerisch verbessert, knapp nicht signifikant.
Stärken
Prospektive Intervention; objektive Spirometrie zusätzlich zu Symptomen.
Grenzen und mögliche Verzerrung
Sehr klein; keine Kontrollgruppe; Selektion der 12 Teilnehmer kann Bias erzeugen; kurze Dauer; kein Blinding.

Van Dam NT, Earleywine M. 2010. Pulmonary function in cannabis users: Support for a clinical trial of the vaporizer. The International journal on drug policy. DOI: 10.1016/j.drugpo.2010.04.001 · PMID 20451365

Earleywine M, Barnwell SS (2007)

Untersuchung
Querschnittliche Internetbefragung
Stichprobe
6.883 auswertbare Teilnehmer; nur 152 (2,2%) nutzten primär Vaporizer.
Vergleich und Messung
Selbstbericht zu Konsumform, Alter, Geschlecht, Zigaretten- und Cannabismenge sowie sechs respiratorischen Symptomen; logistische Regression.
Randomisierung und Verblindung
Nein.
Ergebnis
Primäre Vaporizer-Nutzung war nach statistischer Adjustierung mit weniger berichteten respiratorischen Symptomen assoziiert (ungefähr OR 0,40).
Stärken
Sehr große Gesamtstichprobe; Adjustierung zentraler Confounder.
Grenzen und mögliche Verzerrung
Cross-sectional; Selbstselektion über cannabisnahe Mailinglisten; Selbstbericht; nur 152 Vaporizer-Hauptnutzer; keine Kausalität.

Earleywine M, Barnwell SS. 2007. Decreased respiratory symptoms in cannabis users who vaporize. Harm reduction journal. DOI: 10.1186/1477-7517-4-11 · PMID 17437626 · PMC1853086

Leung C et al. (2026)

Untersuchung
Querschnittliche klinische Multimodal-Studie
Stichprobe
139 Cannabisraucher nach Joint-years (≤5, >5–20, >20) und 57 Nie-Raucher; 48% männlich, Medianalter 27; 84% der Cannabisgruppe mit aktuellem/früherem Zigarettenrauchen oder Vaping.
Vergleich und Messung
SGRQ/CAT, Spirometrie, Plethysmographie, Diffusionsmessung, CT, hyperpolarisiertes 129Xe-MRT, Bronchoskopie/Airway-Brushings, Immun-/Mucin-Genexpression und Zellkultur.
Randomisierung und Verblindung
Nein.
Ergebnis
Cannabisrauchgruppen berichteten mehr respiratorische Symptome; hohe Joint-year-Exposition war mit schlechteren Fluss-/Verhältnisparametern, mehr Emphysem-/Ventilationsauffälligkeiten und veränderter epithelialer Immun-/MUC5AC-Signatur assoziiert.
Stärken
Sehr moderne objektive Phänotypisierung; Dosisgruppen; Bildgebung + Physiologie + Molekularbiologie; Adjustierung u.a. für Tabak/Vaping.
Grenzen und mögliche Verzerrung
Cross-sectional, daher keine Kausalität; sehr hoher Anteil an Tabak-/Vape-Coexposition; Residual-Confounding.

Leung C, Gilchrist CL, Wang CJ, Liggins JA, Li X, Yang J, Cheung CY, Gerayeli FV, Singhera GK, Hsu WJ, Lidher LS, Moo K, Leyson E, Dhillon SS, Shaipanich T, Leipsic JA, Guenette JA, Rayment JH, Kirby M, Gershon AS, Sadatsafavi M, Tan WC, Parraga G, Carlsten C, Eddy RL, Sin DD, Leung JM. 2026. Clinical, physiological, imaging and molecular responses to cannabis smoking: the Canadian Users of Cannabis Smoke (CANUCK) study. The European respiratory journal. DOI: 10.1183/13993003.01659-2025 · PMID 41198398 · PMC12805821

Newmeyer MN et al. (2017)

Untersuchung
Kontrollierte Within-subject-Studie mit Placebobedingung
Stichprobe
20 Teilnehmer: 11 häufige und 9 gelegentliche Cannabiskonsumenten
Vergleich und Messung
Placebo vs. aktives Cannabis (6,9% THC, etwa 54 mg) geraucht, vaporisiert oder oral; subjektive Effekte, Herzfrequenz und ausgeatmetes CO.
Randomisierung und Verblindung
Kontrolliertes Studienprotokoll; dieselbe NIDA-Crossover-Kohorte wurde in zugehörigen Arbeiten als randomisiert/doppelblind beschrieben.
Ergebnis
Rauchen und Vaporisieren erhöhten subjektive Effekte; Herzfrequenz stieg nach allen aktiven Konsumformen; Rauchen erhöhte CO signifikant stärker als Vaporisation.
Stärken
Direkter Drei-Wege-Vergleich; objektiver CO-Endpunkt; separate Auswertung häufiger und gelegentlicher Nutzer.
Grenzen und mögliche Verzerrung
Sehr kleine Stichprobe; hohe Dosis; Toleranzunterschiede; mehrere Publikationen nutzen dieselbe Kohorte und dürfen nicht als unabhängige Studien gezählt werden.

Newmeyer MN, Swortwood MJ, Abulseoud OA, Huestis MA. 2017. Subjective and physiological effects, and expired carbon monoxide concentrations in frequent and occasional cannabis smokers following smoked, vaporized, and oral cannabis administration. Drug and alcohol dependence. DOI: 10.1016/j.drugalcdep.2017.02.003 · PMID 28407543

Newmeyer MN et al. (2016)

Untersuchung
Randomisierte, doppelblinde Crossover-Pharmakokinetikstudie
Stichprobe
Dieselbe kontrollierte NIDA-Kohorte: 11 häufige und 9 gelegentliche Nutzer (n=20).
Vergleich und Messung
Blut-PK über 54 h (gelegentliche) bzw. 72 h (häufige Nutzer) nach gerauchtem, vaporisiertem und oralem Cannabis.
Randomisierung und Verblindung
Ja; PubMed klassifiziert die Studie als RCT, Crossover und doppelblind.
Ergebnis
Geraucht und vaporisiert zeigten relativ ähnliche Cannabinoid-PK; nach oralem Cannabis höhere THCCOOH- und Glucuronidkonzentrationen und andere Zeitverläufe.
Stärken
Sehr detaillierte PK; standardisierte Dosis; mehrere Routen; lange Probenserie.
Grenzen und mögliche Verzerrung
Kein klinischer Langzeitschadensendpunkt; gleiche Teilnehmer wie mehrere Newmeyer/Swortwood-Publikationen.

Newmeyer MN, Swortwood MJ, Barnes AJ, Abulseoud OA, Scheidweiler KB, Huestis MA. 2016. Free and Glucuronide Whole Blood Cannabinoids‘ Pharmacokinetics after Controlled Smoked, Vaporized, and Oral Cannabis Administration in Frequent and Occasional Cannabis Users: Identification of Recent Cannabis Intake. Clinical chemistry. DOI: 10.1373/clinchem.2016.263475 · PMID 27899456

Marconi A et al. (2016)

Untersuchung
Systematischer Review und Dosis-Wirkungs-Meta-Analyse
Stichprobe
571 Referenzen; 18 Studien im systematischen Review, 10 in der Meta-Analyse; 66.816 Personen.
Vergleich und Messung
Elektronische Datenbanken + Handsuche; Random-effects; modellierte Dosis-Wirkungs-Beziehung aus publizierten Zusammenfassungsdaten.
Randomisierung und Verblindung
Nein; Beobachtungsstudien.
Ergebnis
Höchste Konsumgruppe vs. Nichtnutzer: OR 3,90 (95% KI 2,84–5,34) für Schizophrenie/psychotische Outcomes; Dosis-Wirkungs-Muster.
Stärken
Große aggregierte Stichprobe; explizite Dosis-Wirkungs-Frage; konsistentes Richtungssignal.
Grenzen und mögliche Verzerrung
Beobachtungsdaten; heterogene Definitionen von „high use“; Residual-Confounding/Reverse Causation nicht vollständig ausschließbar.

Marconi A, Di Forti M, Lewis CM, Murray RM, Vassos E. 2016. Meta-analysis of the Association Between the Level of Cannabis Use and Risk of Psychosis. Schizophrenia bulletin. DOI: 10.1093/schbul/sbw003 · PMID 26884547 · PMC4988731

Leung J et al. (2020)

Untersuchung
Systematischer Review und Meta-Analyse epidemiologischer Studien
Stichprobe
1.383 Treffer; 21 Studien eingeschlossen.
Vergleich und Messung
PubMed, Global Burden of Disease und Zusatzsuchen; DSM-/ICD-basierte CUD-Outcomes; Random-effects und Meta-Regression.
Randomisierung und Verblindung
Nein.
Ergebnis
Unter Personen mit irgendeinem Cannabiskonsum: gepoolt 22% CUD, 13% Missbrauch, 13% Abhängigkeit; in Kohorten regelmäßiger junger Nutzer lag das geschätzte Abhängigkeitsrisiko bei 33% (22–44%).
Stärken
Unterscheidet Risiko unter Nutzern von Prävalenz in Gesamtbevölkerung; diagnostische Kriterien.
Grenzen und mögliche Verzerrung
Hohe Heterogenität und Populations-/Definitionsabhängigkeit; 33% gilt nicht für „alle Cannabiskonsumenten“.

Leung J, Chan GCK, Hides L, Hall WD. 2020. What is the prevalence and risk of cannabis use disorders among people who use cannabis? a systematic review and meta-analysis. Addictive behaviors. DOI: 10.1016/j.addbeh.2020.106479 · PMID 32485547

Storck W et al. (2025)

Untersuchung
Systematischer Review und Meta-Analyse pharmakoepidemiologischer Studien
Stichprobe
24 Studien aus 3.012 Treffern: 17 Querschnitt, 6 Kohorten, 1 Fall-Kontroll.
Vergleich und Messung
PubMed, Web of Science, Scopus; Studien 2016–Jan 2023; PROSPERO; ROBINS-E; gepoolte adjustierte Effektschätzer, Random-effects.
Randomisierung und Verblindung
Nein.
Ergebnis
ACS RR 1,29; Schlaganfall RR 1,20; kardiovaskulärer Tod RR 2,10; Kohortenanalyse ähnlich für ACS.
Stärken
Aktuelle Methodik; ROBINS-E; nur adjustierte Schätzer; Kohorten-Sensitivitätsanalyse.
Grenzen und mögliche Verzerrung
Nicht randomisiert; Routen/Dosen oft unbekannt; administrative Expositionsklassifikation; Residual-Confounding möglich.

Storck W, Elbaz M, Vindis C, Déguilhem A, Lapeyre-Mestre M, Jouanjus E. 2025. Cardiovascular risk associated with the use of cannabis and cannabinoids: a systematic review and meta-analysis. Heart (British Cardiac Society). DOI: 10.1136/heartjnl-2024-325429 · PMID 40527600

Theerasuwipakorn N et al. (2023)

Untersuchung
Systematischer Review und Meta-Analyse von Beobachtungsstudien
Stichprobe
20 Studien, insgesamt 183.410.651 Datensätze/Patienten; 4 prospektive Kohorten, 9 retrospektive Kohorten, 7 Querschnitt.
Vergleich und Messung
PubMed, Scopus/EMBASE, Cochrane bis Juli 2022; MOOSE/PRISMA; Newcastle-Ottawa; Random-effects; Publikationsbias-Tests.
Randomisierung und Verblindung
Nein.
Ergebnis
Kein statistisch signifikanter gepoolter Zusammenhang für MI (OR 1,29; KI 0,80–2,08), Schlaganfall (OR 1,35; 0,74–2,47) oder zusammengesetzte CV-Ereignisse; sehr hohe Heterogenität.
Stärken
Riesige aggregierte Datenbasis; Qualitätsbewertung; adjusted estimates.
Grenzen und mögliche Verzerrung
I² etwa 97–99%; riesige administrative Datensätze dominieren; Route, Dosis, Dauer und Zweck meist unbekannt.

Theerasuwipakorn N, Prechawat S, Chokesuwattanaskul R, Siranart N, Marsukjai A, Thumtecho S, Rungpradubvong V. 2023. Cannabis and adverse cardiovascular events: A systematic review and meta-analysis of observational studies. Toxicology reports. DOI: 10.1016/j.toxrep.2023.04.011 · PMID 37168078 · PMC10165401

Hazekamp A et al. (2006)

Untersuchung
Geräte-/Dosis-Evaluationsstudie mit analytischen und klinischen Komponenten
Stichprobe
Primär Geräte-/Laborcharakterisierung; Humananteil zur Inhalations-/Exhalationsbilanz, genaue Teilnehmerzahl im Abstract nicht ausgewiesen.
Vergleich und Messung
Variation von Temperatur, Probe und Ballonvolumen; Inter-/Intra-Gerätevariabilität; geladene vs. gelieferte THC-Dosis; klinische Inhalationsmessungen.
Randomisierung und Verblindung
Nein/keine klassische RCT.
Ergebnis
Im Mittel ca. 54% der geladenen THC-Dosis gelangten in den Ballon; ca. 35% des inhalierten THC wurden wieder ausgeatmet.
Stärken
Reproduzierbarkeits- und Dosisvalidierung; wichtige methodische Basis für spätere Volcano-Studien.
Grenzen und mögliche Verzerrung
Keine Langzeittoxikologie; veraltete Hardware/Produkte; gesundheitsbezogene Schlussfolgerungen indirekt.

Hazekamp A, Ruhaak R, Zuurman L, van Gerven J, Verpoorte R. 2006. Evaluation of a vaporizing device (Volcano) for the pulmonary administration of tetrahydrocannabinol. Journal of pharmaceutical sciences. DOI: 10.1002/jps.20574 · PMID 16637053

Häufige Fragen

Für welche Produkte gilt dieser Überblick?

Gemeint sind Geräte, die getrocknete Cannabisblüten erhitzen. THC-Kartuschen, Öle, Dabbing und Nikotin-E-Zigaretten sind eigenständige Produktgruppen. In Bevölkerungsstudien bezeichnet „Cannabis-Vaping“ häufig mehrere davon gleichzeitig. Wenn die Produktart nicht erfasst wurde, kann das Ergebnis nicht gezielt einem Dry-Herb-Gerät zugeordnet werden. Auch medizinisch verordnetes Cannabis und Freizeitkonsum unterscheiden sich bei Anlass, Begleiterkrankungen und Anwendung. Muheriwa-Matemba et al. (2024) Sun et al. (2026)

Welche Vorteile gegenüber Rauch sind direkt untersucht?

In der randomisierten Pilotstudie von Abrams mit 18 Personen wurden standardisierte Cannabiszigaretten und ein Volcano verglichen. Die THC-Exposition fiel ähnlich aus; die ausgeatmete CO-Konzentration lag beim Vaporisieren niedriger. Gemessen wurde damit ein objektiver Verbrennungsmarker. Langzeiterkrankungen gehörten nicht zu den Endpunkten. Abrams et al. (2007)

Kann ein Vaporizer stärker wirken als Rauchen?

Ja, unter bestimmten Bedingungen. Spindle und Kollegen untersuchten 17 Erwachsene, die im letzten Monat kein Cannabis konsumiert hatten. Jede Person nahm an sechs Sitzungen mit Placebo, 10 oder 25 mg nomineller THC-Dosis und unterschiedlichen Inhalationswegen teil. Bei gleicher nomineller Dosis waren zahlreiche akute Effekte nach Vaporisation ausgeprägter. In der 25-mg-Bedingung betrugen die mittleren Spitzenkonzentrationen im Vollblut 14,4 ng/ml nach Vaporisation und 10,2 ng/ml nach Rauchen. Spindle et al. (2018)

Literaturverzeichnis

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Redaktioneller Stand: 10. September 2026. Evidenzbasierter Überblick anhand einer ausgewählten Bibliothek von 34 Publikationen; keine eigene systematische Literaturrecherche und keine ärztliche Begutachtung. Bibliografische Angaben und verfügbare Abstracts wurden abgeglichen; die Schlüsselarbeiten von Spindle (2018) und Lanz (2016) zusätzlich im offenen Volltext geprüft. Technische Auswahl- und Pflegehinweise sind von Gesundheitsnachweisen zu unterscheiden. Neue Daten können diese Einordnung verändern.

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